Interview über Boule (Petanque) mit Berthold Brunke (2010)
Herr Brunke, erzählen Sie uns ein wenig über Boule (Petanque), worum geht es dabei und was macht für Sie den Reiz und die Faszination dieses Sports aus?
Der Reiz für mich, als ehemaliger Handballer, ist natürlich die Herausforderung „ Siegen zu wollen", aber auch die Geschicklichkeit und die Taktik beim spielen stellen immer wieder neue Herausforderungen da. Die Faszination beim Boule ist für mich das ich Sport im Wettkampf und Freizeitvergnügen ideal zur Entspannung ausleben kann. Weiterhin ist es sehr schön dass ich jetzt einen Sport in der Freizeit mit meiner Frau zusammen ausführen kann. Und bei freien Turnieren, Liga-Spielen und bei Meisterschaften kommt die Geselligkeit nicht zu kurz und man lernt immer wieder neue, nette gleichgesinnte Menschen kennen.
Wie sind Sie persönlich eigentlich zum Boule (Pétanque) gekommen und wie hat sich Ihr Interesse für diesen Sport seitdem entwickelt?
Ich bin 55 Jahre alt und musste vor drei Jahren aus gesundheitlichen Gründen mit Handball spielen aufhören. Auch weitere Sportskollegen aus unserem Verein  plagte selbiges und ihre Handballkarrieren mussten auch beendet werden. So kam es, man kannte es aus dem Frankreich Urlaub, das wir Vereinskollegen „mit unseren Frauen" zu „lockeren Runden" zum Boule 1 bis 2 mal pro Woche trafen um unsere „Knochen in Bewegung zu halten" und um unsere Kontakte zu erhalten. Nun hatten wir so viel Spaß und Ehrgeiz beim Boulespielen das die Entwicklung darin gipfelte, in unsrem Gesamtverein eine Gruppe zu gründen und diese auch noch im Boule und Petanque Verband Nordrhein Westfalen anmeldeten. Dann spielten wir bei offenen Turnieren und nahmen auch an Meisterschaften teil, anfangs mit mäßigen Erfolgen und eine „Fanny" gab es auch schon mal zu erdulden (Fanny bedeutet 0:13 zu verlieren). Dann haben wir einen Trainer für einen Tag  engagiert und fleißig trainiert und an Turnieren teilgenommen. Jetzt  häuften sich die Siege und wir haben „Blut geleckt". Also, meldeten wir uns 2009 zum Ligabetrieb an, und siehe da, als Debütanten wurden wir Kreismeister und stiegen direkt in die Bezirksklasse auf.
Wie kann man sich Ihr Training vorstellen? Wie läuft so eine Trainingseinheit in der Regel ab, was wird da gezielt geübt?
Beim Training sollte man zuerst einige Aufwärmübungen durchführen. Danach werden bestimmte Parcours aufgestellt und an ihnen spezielle Lege- und Schießübungen ausgeführt. Danach werden Mannschaften „ausgeworfen" welche die verschiedenen Boule-Disziplinen spielen. Beim „auswerfen" der Mannschaften  werfen alle Spieler/innen eine Eisenkugel dem Schweinchen entgegen. Die Reihenfolge der Kugeln bestimmt in einer festgelegten Regel welche Spieler/innen zusammen spielen. Gezielte Übungen z.B. das Schießen wird immer insbesondere von nicht so guten Kandidaten geübt, wobei nebenbei gesagt, das Legen eigentlich die schwerere und wichtigere Aufgabe bei Boule ist.
Wie lässt sich die Atmosphäre während einer Partie Boule (Petanque) beschreiben – unter den Spielern als auch unter den Zuschauern?
In der Regel ist es immer eine sehr harmonische und freundschaftliche Atmosphäre. Wobei natürlich beim wechselseitigem „Punkte sammeln", je näher man an die zu erreichenden 13 Punkte heran kommt, eine „kribbelnde" im Körper aufbauende Spannung entsteht. Diese Spannung wird  nach Beendigung des Spiels in eine wiederum sehr wohltuende Entspannung genossen.
Anstrengend und mit Leistungssport vergleichbar wird es immer dann, wenn in einem Turnier (bis zu 6 Spiele), die Mannschaften wechselseitig nur ein oder zwei Punkte erkämpfen. Diese Spiele sind ganz besonders spannend und können auch mal über zwei Stunden andauern.
Bei unserer tollen Randsportart, welche jedoch ein immer beliebterer Trendsport auch für die Jugend ist, und wir den Sport bis ins hohe Alter spielen können, finden sich zurzeit leider nur wenige Zuschauer ein. Für einen „Laienzuschauer" ist es eben sehr schwer erkennbar welche Kugeln zu welcher Mannschaft gehören um den spannenden Spielstand erkennen zu können. Wenn allerdings einige erklärende Worte vermittelt werden ist der Zuschauer fasziniert und zu einem längerem verweilen motiviert.
Was waren bislang besonders tolle Momente und Erlebnisse die Ihnen der Sport beschert hat?
Oh, da gibt es mehrere, besonders natürlich die oben angeführten Erfolge unserer doch sehr jungen Boulegruppe. Bei der Qualifikation unserer Ladys zur DM hatte ich Tränen in den Augen. Besondere Momente kommen allerdings immer häufiger vor, denn wenn man gegen die „erfahrenen Experten" spielt, dabei tolle Spielszenen für sich verbuchen kann, und dann auch noch gewinnt, schlägt das Herzchen schon mal Purzelbaum. Immerhin bekommt man dann Lob von den Experten,  und diese wiederum sagen, allgemein braucht man schon mindestens 10 Jahre um permanent auf hohem Niveau spielen zu können.
Welche Tipps und Hinweise können Sie abschließend zum richtigen Einstieg in diesen Sport geben? Was gibt es wichtiges zu Grundlagen, Anfängerfehlern und zum korrekten Verhalten auf dem Platz zu sagen?
Nun, wer wirklich nur so „just for fun" spielen möchte, und das empfehle ich jedem einmal zu tun, kann sich bei einem großen Sportausstatter einen Satz „billige" Boulekugeln (Regeln sind dabei) besorgen und sofort loslegen.
Beim Wettkampf in Vereinen und bei besonderen Turnieren benötigt man eine Lizenz und dort wird mit speziellen zugelassenen Kugeln aus dem Fachgeschäft gespielt.
Aber, wenn es so kommen sollte wie bei uns, und man bemerkt schnelles Interesse sollte man sich schon an einen Verein wenden und mindestens zwei Boule-Kurse belegen.
Die Grundlagen und das Verhalten auf dem Platz sind relativ einfach, hohe Kosten entstehen nicht und man kann sich beim Deutschen Petanque Verband e.V., beim entsprechenden Landesverband oder am besten bei einem ortsansässigen Verein erkundigen und sich dort ein Info-Heft besorgen.
Wir halten es so dass Gäste immer herzlich willkommen sind und Anleitungen von uns erhalten, wobei die Gäste nicht unbedingt in den Verein eintreten müssen.
Anfängerfehler sind natürlich ein falscher Stand und ein falscher Bewegungsablauf beim legen oder schießen der Kugeln.
Wie gesagt: Boule, Ein Sport für jeden, auch für Dich, leicht zu lernen, schwer zu gewinnen.
Mit freundlichen Grüßen und Glückauf
Berthold Brunke







Die Präsidentin
E  i   n    B  o   u  l  e   -  I  n   t  e  r   v  i  e   w


(Klaus Eschbach, Monika Schardt, Bernhard Lemm-Rödel)
Wie denkst Du über Boule/Petanque?
Boule / Pétanque ist für mich ein faszinierender Sport. Ob ambitioniert und leistungsbezogen oder nur als Freizeitvergnügen ist Boule ein Sport, der überall und von jedermann / jederfrau ausgeübt werden kann.

Es ist ein Sport, der Gemeinschaft prägt, ganz gleich welcher Herkunft die Menschen sind oder ob sie körperliche Beeinträchtigungen haben; er verbindet Generationen miteinander, weil Alt und Jung  miteinander spielt.
Es ist ein Sport, der Konzentration und Präzision erfordert, aber auch Raum für Kommunikation lässt.
Ich erlebe die Bouleszene  als „große Familie“, in welcher man sich kennt und sich darauf freut, einander auf den verschiedensten Plätzen zu begegnen.
An unserem Sport gefällt mir zudem, dass es hier so schön „menschelt“.
Wie siehst Du Deine bisherige Karriere?
Wäre ich nicht Präsidentin geworden und hätte dadurch nur noch wenig Zeit, selbst Boule zu spielen, wäre aus mir vielleicht noch etwas geworden. Das ist aber so ok – ich freue mich Liga spielen zu können und ab und zu eine Meisterschaft und ein Turnier.
Was findest Du gut/was findest Du schlecht an diesem Sport?
Gut finde ich, dass dieser Sport sein Image als „Seniorensport“ verliert und es viele Kinder und Jugendliche gibt, die, Dank derer, die sie gut angeleitet und auch als Spielpartner akzeptiert haben, wirklich gut spielen und ihre Talente entwickeln. Ganz besonders begeistert mich das Niveau der Altersklasse „Espoir“.
Schlecht finde ich, dass Pétanque nicht olympisch ist.
Wie viel Zeit verwendest Du für Boule pro Tag/pro Woche?
Oftmals 5 und mehr Stunden pro Tag - allerdings nicht auf den Bouleplätzen, sondern am  Schreibtisch, bzw. Telefon und PC.
Welche Ziele hast Du Dir noch gestellt?
Ich warte ab, was mir noch zufällt und wo ich gebraucht werde.
Was ist das größte Glück?
Für mich ist das größte Glück eine Familie zu haben, für andere da sein zu können und in einem Land ohne Krieg zu leben.
Welche  Fehler verzeihst Du am ehesten?
Menschliche Schwächen
Welche ist Deine Lieblingstugend?
Ehrlichkeit
Was ist  (neben Boule) Deine Lieblingsbeschäftigung?
Spiele der Telekom Baskets Bonn als Fan zu begleiten, Malen, Schifffahrten auf dem Rhein, Urlaub am Meer
Was ist Dein Hauptcharakterzug?
Das vermag ich selbst nicht zu beurteilen.
Was hättest Du sein mögen?
Ich bin gerne die, die ich bin.
Was ist Deine Lieblingsfarbe?
Grautöne und Schwarz
Was ist Deine Lieblingsblume?
Hortensie
Was Ist Dein Lieblingstier?
Mich faszinieren immer wieder Giraffen.
Welches natürliche Talent hättest Du am liebsten?
„Am liebsten“ kann ich nicht sagen, aber ich hätte z.B. gern das Talent Karikaturen und Portraits zu zeichnen.
Welche Idole hast Du?
Es  gibt Menschen, deren Leben, Werke oder Ziele mich beeindrucken. So z.B. Dietrich Bonhoeffer, Nelson Mandela, Mutter Teresa, Leonardo da Vinci, J.R.R. Tolkien, Willi  Bogner u.v.a.m.
Wie lautet Dein Lebensmotto?
„Herr, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann,
den Mut und die Kraft, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Und:
Nicht über Missstände jammern, sondern versuchen, etwas dagegen zu tun!
Monika Schardt lebt in Bonn, ist verheiratet mit Winfried Schardt und hat zwei  Töchter, Verena (22 J.) und Laura (21 J.). Sie ist Mitglied in den Vereinen Altstadtfreunde Bonn und dem 1. BCP Bad Godesberg.

Unsere Dani
E  i   n    B  o   u  l  e   -  I  n   t  e  r   v  i  e   w


(Daniela Thelen)
Wie denkst Du über Boule/Petanque?
Boule/Petanque ist einfach ein schöner Ausgleich zum Alltag. Einerseits kann man schön abschalten von der stressigen Arbeitswoche und andererseits hat man auch noch  Möglichkeiten, nette Leute kennen zu lernen, sich zu betätigen. Für mich ist Boule/Petanque die beste Sportart, die ich bisher kennen lernen durfte.
Wie siehst Du Deine bisherige Karriere?
Durch das frühe Anfangen sowie meinen Ehrgeiz und Spaß hatte ich viele
Möglichkeiten, Leute kennen zu lernen, die mir geholfen haben, national
und international spielen zu können. Ich habe bisher viel erreicht und bin
natürlich auch stolz darauf.
Was findest Du gut/was findest Du  schlecht an diesem Sport?
Gut:
Möglichkeiten, um vom Alltag, vom Arbeitsstress abzuschalten.
Sich bewegen zu können, den Körper fit zu halten Es spielt nicht nur eine körperliche Rolle, sondern man muss sich auch mental anstrengen, um weit zu kommen.
Mit Menschen zusammen zu sein, die teilweise sehr unterschiedlich sind, ob in ihrer Art oder auch beruflich gesehen.
Schlecht:
Das ist wirklich eine gute Frage. Also, schlechtes über diesen Sport habe ich leider nicht viel zu sagen.
Klar gibt es oft Themen, die man oft und gerne diskutieren würde (das ist allerdings jetzt eher auf den deutschen Verband bezogen).
Aber so wirklich was Schlechtes fällt mir gerade nicht ein.
Wie viel Zeit wendest Du auf für  Boule pro Tag/pro Woche?
In der  Woche habe ich aus beruflichen Gründen keine Zeit, von daher ist unter der  Woche Boule nicht angesagt. Am Wochenende dafür mehr. Da versuche ich auch wirklich (je nach Möglichkeiten und Turnieren) so viel wie möglich zu spielen.
Welche Ziele hast Du Dir noch gesteckt?
Also auf  nationaler Ebene ist mein Ziel, noch einige schöne Turniere spielen zu können und natürlich auch zu gewinnen.
Dazu gehören auch Deutsche Meisterschaften. Irgendwann  wird auch die Zeit vielleicht mal wieder da sein, international anzutreten.
Mal schauen was die Zeit bringt. Ich blicke immer nach vorne.
Was ist das größte Glück?
Privat:  einen Partner zu haben, mit dem man glücklich und zufrieden leben kann.
Beruf:  einen Beruf zu haben, den man gerne macht, soviel Geld verdient,
dass man davon leben kann und sich ggf. gewisse Wünsche erfüllen kann
Boule:  Erfolgreich zu sein
Welche Fehler verzeihst Du am ehesten?
Das kann ich nicht genau sagen. Ich verzeihe sehr viel, so lange es sich nicht gegen mich persönlich richtet.
Was ist (neben Boule) Deine Lieblingsbeschäftigung?
Freizeitparks, Spazieren gehen, gemütlich am Wochenende auf der Couch liegen, Fernsehen und  dazu eine gute Flasche Wein trinken.
Was ist Dein Hauptcharakterzug?
Hilfsbereit, zuvorkommend, ehrlich, freundlich, fair.
Was ist Deine Lieblingsfarbe?
Blau
Was ist Deine Lieblingsblume?
Rose
Was Ist Dein Lieblingstier?
Hund
Zu welcher Musik möchtest Du am liebsten Legen und Schießen?
Gute Pop- Musik, Charts -Musik.
Wie lautet Dein Lebensmotto?
Träume nicht dein Leben –  sondern  lebe deinen Traum:
Sei einfach du selbst.
Daniela Thelen lebt in Ahrweiler und  spielt im Club Petanque International Essen.