Poesie
Wunderbare Gedichte aus aller Welt
Das „Museum der modernen Poesie“,
eingerichtet von Hans Magnus Enzensberger,
erschienen bei dtv bereits 1964,
ist mehr als nur eine weltweite
Sammlung von Gedichten der Moderne,
sondern ein steter Quell von Lese- und Lebensfreude.
(Leseprobe, laut sich selbst vorzulesen.)
Der Kampf mit dem Engel
Geh nicht hin
Es ist alles vorher abgekartet
Der Kampf ist Schwindel
Und wenn Er im Ring erscheint
umblitzt von Magnesium
grölen sie das Te Deum
Und noch bevor du dich vom Schemel erhebst
läuten sie die Glocken wie zur Messe
und schmeißen dir den heiligen Schwamm
in die Fresse
Es wird dir nicht gelingen seine Federn zu zerfetzen
Sie werden dich packen
und er wird dir einen Tiefschlag versetzen
und du wirst zusammensacken
und wie gekreuzigt am Boden liegen
mit stieren Augen
Zum Beischlaf wirst du hinfort nicht mehr taugen
Jacques Prevert, 1900 in Paris geboren, ist Autodidakt.
Er schreibt Pamphlete, Drehbücher, Kabarett-Sketches, Chansons, Kinder- und Tierbücher.
Als Dichter wurde er lange nicht ernst genommen, weil seine Lieder zwar überall gesungen,
aber nicht in Buchform gedruckt worden waren.
Erst nach 1945 sind seine Gedichtbücher in Auflagen von mehreren hunderttausend Exemplaren erschienen
Enzensberger im Vorwort:
„Es kann nicht schaden, an eine Wahrheit zu erinnern,
die in Vergessenheit gerät, weil sie einfach ist und keinen
Zweifel leidet: auch die moderne, wie jede Poesie,
spricht von etwas, spricht aus, was uns betrifft.“
Die aktuelle Ausgabe als Taschenbuch bei Suhrkamp kostet 19 €.

